Julian Ehrenstrasser

Julian ist eigentlich immer da, auf der blauen Couch direkt rechts im KD-Café. Damit gehört er schon fast zum Inventar und man muss aufpassen, dass er nach der Werkschau nicht versehentlich mit in den Keller verräumt wird. Aber auch wenn Julian es sich hier im L-Gebäude ziemlich gemütlich gemacht hat, liebt er es, über den Tellerrand zu blicken: Und so findet er neben Theater, Radio, Bouldern, Klettern, Lindy-Hop, Slacklinen und KD-Band tatsächlich auch ab und zu noch Zeit für sein Studium … so zwischen drei und vier Uhr morgens … am Donnerstag. Mit einem Fuß in der Programmierung, dem anderen Fuß in der Gestaltung und etwas Psychologiewissen von der Uni im Gepäck macht er sich nun aber Schritt für Schritt auf in die Erforschung von neuen Interaktionsmöglichkeiten zwischen Mensch und Maschine, zwischen analog und digital, zwischen Gesellschaft und Technologie.

Unfolding Interaction

Ein Notizzettel kann angefasst, beschrieben, irgendwo hingeklebt, zerknüllt und weggeworfen werden. Damit ist er einer Notiz-App, die sich hinter einem Touchscreen verbirgt, einen Schritt voraus, denn er ist körperlich erfahrbar. Nicht zuletzt deswegen sind Papier und analoge Medien bei Workshops und Seminaren nach wie vor kaum wegzudenken. Dabei gehen aber die Vorteile, die die digitale Welt mit sich bringt, verloren. Wie könnte eine Interaktion mit digitalen Medien im analogen Raum aussehen? Was passiert, wenn wir durch das Papier selbst mit digitalen Medien interagieren? Es ergeben sich neue Interaktionskonzepte, über Stempel und Bilderkennung wird das Papier zum Leben erweckt und damit zum Interaktionsmittel. Es entsteht ein Raum, in dem geraschelt, zerrissen, geknäult und gefaltet wird. Durch Videoskizzen und Prototypen wird gezeigt, welche Interaktionsmöglichkeiten sich insbesondere im Seminar- und Kollaborationskontext ergeben, wie so ein System aussehen könnte, wie es sich anfühlt und welche Bausteine in der Entwicklung dafür benötigt werden.
Betreuung: Prof. Jo Wickert / Prof. Brian Switzer